McRae kommt bei Helikopter-Absturz ums Leben
Mit Colin McRae verliert die Rallye-Szene einen der schillerndsten Figuren
Die Motorsport-Welt trägt Trauer.
Einer der charismatisten, erfolgreichsten und größten Rallye-Piloten aller Zeiten ist tot.
Colin McRae kam bei einem Helikopter-Absturz in seiner schottischen Heimat-Gemeinde Larnak ums Leben.
Die Tragödie ereignete sich Samstagnachmittag beim Landeanflug nördlich seines Landguts.
Polizei ermittelt
Wer genau sich an Bord seines Helikopters befunden hat, ist noch nicht geklärt. Dass Colin mit an Bord war, gilt allerdings als gesichert.
"Der Schaden ist so groß, dass wir nicht sagen können, wie viele Personen sich an Bord befunden haben", so die Sprecherin der Polizei in Strathclyde.
"Es könnte eine Person sein oder auch mehrere. Es gab jedoch keinen Überlebenden."
Gerüchte zufolge seien zwei Leichen gefunden worden, deren Identität jedoch frühestens am Sonntag geklärt werden kann.
Star der Videospiele
Der Schotte war 1995 der erste britische Rallye-Weltmeister und erlangte in der Folge als Namensgeber der Videospielserie weltweite Berühmtheit.
2008 wollte der Schotte in die Rallye-WM zurück kehren und auch sein Start bei der Dakar-Rallye 2008 war fix eingeplant. Der 39-Jährige hinterlässt seine Frau Alison sowie seine beiden Kinder Hollie und Johnny.
Die Tragödie ereignete sich Samstagnachmittag beim Landeanflug nördlich seines Geburtsortes Larnak. Colin McRae saß am Bord seines eigenen Helikopters.
"McCrash" begeisterte alle
Colin McRae ist mit dem Motorsport aufgewachsen. Im Alter von 13 Jahren sicherte er sich den Titel des schottischen Motocross-Meisters bei den Schülern.
1986 wechselte er zum Rallye-Sport und schaffte 1993 in Neuseeland seinen ersten WM-Sieg im Subaru.
Seinen größten Erfolg landete der Draufgänger, der lange gegen seinen Spitznamen "McCrash" ankämpfte, 1995 als er sich ausgerechnet bei seiner RAC-Rallye den WM-Titel sicherte.
In der Folge beendete McRae die WM noch drei Mal auf Platz zwei und sicherte sich insgesamt 25 WM-Siege.
Nach acht Jahren Subaru wechselte McRae zu Ford, gab 2005 ein Gastspiel bei Skoda und ersetzte 2006 den verletzten Sebastien Loeb bei Citroen.
McRae absolvierte auch Testfahrten in der Formel 1, schaffte 2004 beim Langstrecken-Klassiker in Le Mans auf einem Ferrari den dritten Platz in der GT-Klasse.
Zuletzt versuchte sich der Schotte erfolgreich bei diversen Marathon-Rallyes.
Colin McRae R4
McRae war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die alle Facetten des Motorsports perfektionieren wollte.
Er arbeitete intensiv an der Entwicklung von Rallye-Boliden und stellte 2006 das Hochleistungs-Rallyefahrzeug Colin McRae R4 vor.
Die besondere Tragik für den britischen Rallye-Sport.
Nach Richard Burns (Weltmeister 2001), der 2005 seinem Krebsleiden erlag, verliert Großbritannien mit Colin McRae auch den zweiten Titelträger vorzeitig.
Quelle: Sport1.at