Bestürzung nach Tod des Spaniers Isaac Galvez

Der Spanier Isaac Galvez erlag seinen schweren Verletzungen nach einem SturzGent - Der zweimalige Bahnrad-Weltmeister Isaac Galvez ist bei einem Sturz während des Sechstagerennens von Gent in der Nacht zum Sonntag ums Leben gekommen.

Der 31 Jahre alte Profi vom spanischen ProTour-Team Illes Balears starb auf dem Weg in die Uni-Klinik der drittgrößten belgischen Stadt im Notarztwagen, nachdem er auf der Sixdays-Bahn noch hatte reanimiert werden können.

Eine halbe Stunde nach Mitternacht war Galvez beim zweiten Rennen der vierten Nacht mit dem Belgier Dimitri De Fauw kollidiert.

Keine Sicherheitslücke

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft prallte Galvez mit 50 bis 55 Stundenkilometern danach gegen die äußere Bahnbegrenzung.

Gleich mehrere gebrochene Rippen sollen dabei sein Herz verletzt haben. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Veranstalter die Sicherheitsvorschriften eingehalten haben.

"Zwei Minuten nach dem Sturz tot"

Galvez-Kollege Franco Marvulli erklärte als Augenzeuge des tragischen Unfalls die Situation in der "Bild": "Es war ein Sturz wie er immer wieder vorkommt. Galvez und De Fauw verhakten sich, knallten oben gegen die Balustrade und lagen dann beide am Boden."

Marvulli schildert die Situation danach: "Isaac war bereits zwei Minuten nach dem Sturz tot. Er ist innerlich verblutet, hatte keine Chance. Milz, Leber und Lunge waren total zerstört."

Nach dem Unfall wurden die 66. Sixdays, bei denen der dreimalige Weltmeister Robert Bartko sowie seine deutschen Bahnkollegen Leif Lampater, Andreas Müller, Christian Grassmann und Andreas Beikirch am Start waren, sofort abgebrochen und die Zuschauer nach Hause geschickt.

Galvez war in München Vierter

Galvez war in der Winterbahn-Saison wieder mit seinem Landsmann Joan Llaneras unterwegs, mit dem er in der vergangenen Woche die Münchner Sixdays auf dem vierten Rang beendet hatte.

Mit dem Punktfahr-Olympiasieger von Sydney hatte Galvez auch WM-Gold im Zweiermannschaftsfahren bei der WM im Frühjahr in Bordeaux und erstmals 1999 in Berlin gewonnen.

Seine Profikarriere hatte der in Vilanova La Geltru bei Barcelona geborene Katalane 2000 beim spanischen Kelme-Team begonnen, für das er drei Jahr fuhr.

Etappenerfolg bei der Tour verpasst

Dabei feierte er zwölf Siege, darunter einen Etappenerfolg beim Traditionsrennen "Vier Tage von Dünkirchen."

Einen Etappentriumph bei der Tour de France verpasste Galvez in diesem Jahr nur knapp.

Auf der vierten Etappe vom belgischen Huy ins nordfranzösische St. Quentin hatte er sich nur Australiens Sprint-Star Robbie McEwen, zweieinhalb Wochen später in Paris Gewinner des Grünen Trikots, geschlagen geben müssen.

Bestürzung in Spanien

In Spanien reagierte man bestürzt auf die Nachrichten aus Gent. Der Präsident des spanischen Radsportverbandes, Fulgencio Sanchez, sprach von einer Tragödie und einem "traurigen Tag für den spanischen Sport".

Alfonso Galilea, der Sportliche Leiter von Galvez' Team Caisse d'Epargne-Illes Baleares bedauerte einen "großen Verlust".



Quelle: Sport1.at