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7 Jun 2009
Hüter des verborgenen Schatzes
Das ÖFB-Geheimnis: Der Österreichische Fußballbund gewinnt auch dann, wenn Österreichs Fußballer verlieren. (IMG:http://www.kurier.at/mmedia/2009.06.07/1244363174_5.jpg) Der ÖFB schreibt hohe Gewinne. Und es bewahrheitet sich wieder einmal: Geld schießt keine Tore. Sonst wäre Österreich bei der EURO mindestens in das Halbfinale gestürmt. Sonst wäre das WM-Ticket für Südafrika längst gebucht. Die Zahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache: Der ÖFB ist zwar nicht reich an Qualifikationspunkten, dafür schwimmt er im Geld. Ein Jahr nach der Europameisterschaft im eigenen Land droht dem österreichischen Fußball allerdings eine Umverteilungsdebatte. Auf der einen Seite der Fußballbund, der mit der Vermarktung der Länderspiele und der Nationalspieler richtig gutes Geld verdient; auf der anderen Seite die Klubs der Bundesliga, die nicht nur die laufenden Gagen der Nationalspieler bezahlen, sondern auch deren Verletzungsrisiko tragen müssen. "Wie kann es sein, dass der ÖFB mit Spielern, die in unseren Akademien ausgebildet und von uns bezahlt werden, Millionen verdient, obwohl wir die Persönlichkeitsrechte der Spieler besitzen?", fragte ein hochrangiger Klubvertreter am vergangenen Donnerstag, nachdem im Haus der Bundesliga in Hietzing heftig über Liga-Formate und ÖFB-Wünsche diskutiert worden war. Nachsatz: "Wenn sich Kevin Kuranyi in Deutschland Nutella aufs Brot schmiert, kassiert auch sein Klub viel Geld. In Österreich werden die Vereine mit einem Butterbrot abgespeist." Satte Gewinne In der Tat lukriert der ÖFB mit den Ressourcen der Vereine Millionen. Das belegen Zahlen, die zum bestgehüteten Geheimnis des Fußballs zählen und dem KURIER vorliegen. Dabei geht es nicht um die EURO-Vermarktung, sondern um die laufenden Millionen-Einnahmen des ÖFB aus der Vermarktung der Profispieler in den Jahren 2003 bis 2008. Die Eckdaten: Alleine aus dem Titel "TV-Vermarktung" kassierte der ÖFB im letzten Jahr 5,25 Millionen Euro, im Jahr davor waren den TV-Stationen die Künste der Kicker gar 5,5 Millionen wert gewesen. Auch im Sponsoring steigen die Einnahmen stetig: Von knapp drei Millionen Euro im Jahr 2005 auf 4,5 Millionen Euro im Jahr 2008. Detail am Rande: Die Einnahmen aus dem Merchandising konnten im selben Zeitraum verzehnfacht werden. Dem nicht genug: Alleine für die vier Heimspiele vor der EURO wurden 118.200 Tickets verkauft. Im Vergleich dazu fällt die Förderung des ÖFB an die Nachwuchsakademien peinlich gering aus: 70.000 Euro pro Standort und Jahr. Hohe Erträge Bemerkenswert sind auch die Einnahmen einer ÖFB-Tochtergesellschaft, die bereits 1997 gegründet wurde. Die Austrian Football Marketing GmbH, kurz AFM, soll sich um die "marktorientierte Führung des ÖFB und des österreichischen Fußballs" kümmern. Die Geschäfte der AFM, die in einer Villa in Döbling sitzt, führt ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig. Auch diese Gesellschaft erzielt satte Gewinne: Im letzten Jahr 869.668 Euro, bei einem Umsatz von 3,351 Millionen. Bereits am 20. September 2008 berichtete Ludwig im Finanzbericht an seinen Aufsichtsrat, dass "der Gewinn weit höher als ursprünglich erwartet" ausfallen werde. Solche Zahlen - und der Umstand, dass der AFM-Geschäftsführer gehaltsmäßig in der Region des Bundeskanzlers angesiedelt ist - schüren den Neid der Liga, die den Profifußball für sich reklamiert. Vereine wie Rapid oder Salzburg stoßen sich deshalb am Kuschelkurs, den Liga-Boss Pucher mit den ÖFB-Granden fährt. Tatsache ist, dass der ÖFB mehr als solide aufgestellt ist. Tatsache ist aber auch, dass die Mär, wonach sich Österreich keinen internationalen Klassetrainer als Teamchef leisten könne, der Vergangenheit angehört. Hans Krankl jedenfalls musste sich 2003 noch mit einem Monatsgehalt von 15.573 Euro bescheiden - brutto, versteht sich. KURIER
23 May 2009
Hi Forums Community! (IMG:style_emoticons/default/winke.gif)
Ich mach mir schon seit ein paar Tagen Gedanken darüber, welches Spiel man wieder starten könnte um den Bereich hier wieder lebendiger zu machen. So bin ich ein wenig durch das WWW gesurft und hab dann ein derartiges Google Spiel gefunden. Es geht darum das ein Poster ein Wort Postet und der folgende Poster ein Bild. Wichtig ist, das der zweite Poster das erste Bild nimmt welches in der Google Bildersuche vorkommt! Ein kleines Beispiel: Poster Numero 1: Auto Poster Numero 2: (IMG:http://www.leipzig-sachsen.de/leipzig-gebrauchtwagen/images/auto-tuning.jpg) So geht es dann immer weiter ... Viel Spaß! Ich beginne mit dem Wort: MEISTER (IMG:style_emoticons/default/highfive.gif) P.S Über die Regeln kann noch verhandelt werden, um das Spiel zu verbessern!
30 Mar 2009
Enthüllungsjournalist packt aus
"Fußball ist auch ein Mafia-Geschäft" Fiorella Fare bringt es auf den Punkt. "Ich mag Fußball. Aber es ist traurig, was hinter den Kulissen läuft", sagt die Frau, die mit ihren Enthüllungen den Noch-Gatten und Spieleragenten Carlos Delgado sowie Werder Bremens Stürmer Claudio Pizarro in juristische Schwierigkeiten brachte - und Bremens Geschäftsführer Jürgen L. Born zum Rücktritt zwang. Der Vorwurf: Delgado und Pizarro sollen eine illegale Vereinigung gebildet und mit Hilfe von Transfers Steuern hinterzogen und Geld gewaschen haben. Born wiederum habe beim Wechsel des Delgado-Klienten Roberto Silva nach Bremen im Jahre 2001 mindestens 50.000 Dollar mitverdient. Paul Radu kennt einige solcher Fälle. Radu ist ein mehrfach preisgekrönter Enthüllungsjournalist aus Rumänien, der das von den Vereinten Nationen finanziell unterstützte Projekt "Game of Control" mitgründete. Das Projekt ist ein Zusammenschluss von investigativen Journalisten - hauptsächlich aus Osteuropa -, um illegale Machenschaften im Fußball und Schiebereien bei Spielerwechseln aufzudecken. Im Interview spricht Radu über mafiöse Strukturen, Offshore-Firmen auf den Britischen Jungferninseln und ein komplexes Netzwerk aus Spielerberatern, Klubbossen, Fußball-Profis sowie Figuren aus der organisierten Kriminalität. SPOX: Die Affäre "Pizarro/Born" schlägt in Deutschland hohe Wellen. Überrascht Sie der Fall? Paul Radu: Es benötigt eine gewisse Naivität, um zu glauben, dass es in Deutschland anders zugehen würde als in allen anderen Ländern Europas oder Südamerikas. In unseren Recherchen sind wir auf ein unglaublich verzweigtes Netzwerk gestoßen, das durch so genannte "dirty transfers", also mit Betrügereien bei Spielerwechseln, sehr viel Geld verdient. Sie bedienen sich dabei komplexen Finanzströmen, die nachweislich durch Frankreich, die Niederlande oder Luxemburg fließen. Man muss davon ausgehen, dass auch Deutschland betroffen ist. Wir müssen nur gründlicher recherchieren. SPOX: Erzählen Sie etwas von dem Netzwerk.Radu: Es ist eine internationale Gruppe von Spielerberatern, Klubbossen, Fußball-Profis, Wirtschaftsmanagern, Bankern, Anwälten und Figuren aus der organisierten Kriminalität, die mit Hilfe unzähliger Offshore-Firmen in der Karibik Transfers eingefädelt und dabei mitverdient haben. Die Schlagworte sind: Betrug, Geldwäsche, Steuerhinterziehung. SPOX: Wie sind Sie auf das Netzwerk gestoßen? Radu: Im September 2008 gab es eine Anklage der rumänischen Staatsanwaltschaft. Sie hatte sich etliche Spielerwechsel aus Rumänien ins Ausland angeschaut und festgestellt, dass die beiden Brüder Victor und Ioan Becali... SPOX: ...die Cousins des höchst umstrittenen Steaua-Bukarest-Besitzers Gigi Becali, dem reichsten und vielleicht mächtigsten Rumänen... Radu: ...bei ihrer Tätigkeit als Spielerberater Transfereinnahmen an der Steuer vorbeigeschmuggelt haben. Der Staatsanwaltschaft ging es primär darum zu beweisen, ob und wie viel Steuern die Becali-Brüder hinterzogen haben, indem die beiden Scheinfirmen in den Niederlanden und auf den Britischen Jungferninseln nutzten. Als wir uns die Anklage genauer angeschaut haben, ist uns aber aufgefallen, dass die Staatsanwälte bei vielen Namen, die auftauchen, nicht richtig hingeschaut haben. SPOX: Inwiefern? Radu: Mit Hilfe einer Software haben wir Quervergleiche gezogen zwischen dem Prozess in Rumänien und einer Anhörung des brasilianischen Senats, in der Korruption und Steuerbetrug bei Transfers aus Südamerika nach Spanien untersucht wurden. Dabei haben wir herausgefunden, dass viele Firmen und Decknamen identisch sind und Personen, die in der brasilianischen Anhörung erwähnt wurden, in engem Zusammenhang stehen mit der organisierten Kriminalität und dirty transfers, zum Beispiel in Rumänien. SPOX: Ein Name, der immer wieder fällt, ist Emil Todorow Iwanow. Radu: Ein Bulgare, der als Alias den paraguayischen Namen Emilio Teodoro Gonzalez Rojas nutzte und von Interpol gesucht wurde. Als ihn die brasilianischen Behörden in Porto Alegre ausfindig machten, tauchten in seinem Büro Verträge auf, in denen detailliert Einzelheiten von Transfers aus den 90er Jahren standen, unter anderem ging es um Carlos Gamarra und Mario Jardel. Auch Dokumente von Luiz Felipe Scolari waren darunter. SPOX: Und wo ist der Zusammenhang zu Rumänien? Radu: Iwanow alias Rojas unterhielt enge Geschäftsbeziehungen zu Jose Maria Minguella, einem weltbekannten Spielerberater, der früher Hristo Stoitschkow gemanagt hatte. Minguella unterhält Geschäftsräume in Bukarest - und im gleichen Gebäude befindet sich nicht zufällig auch das Büro von Gheorghe Popescu... SPOX: ...dem ehemaligen Star des FC Barcelona, der eine Fußball-Legende in Rumänien ist. Radu: Popescu handelt mittlerweile mit Immobilien und Fußballern. Seine Business-Partner heißen: Gigi sowie Victor und Ioan Becali. Die rumänische Öffentlichkeit reagierte überrascht, dass Popescus Name auch in der Anklage steht, aber die Hinweise sprechen gegen Popescu. SPOX: Bisher ist nur von Osteuropa und Südamerika die Rede. Radu: Es gibt aber auch genügend Verbindungen nach Westeuropa. Als 2001 der ehemalige brasilianische Nationalspieler Christian, der vor dem Wechsel nach Frankreich in Iwanows Wahlheimat Porto Alegre gespielt hatte, von Paris nach Bordeaux verkauft wurde, sind laut "L'Equipe" 5,8 Millionen Euro illegal bei einer niederländischen Firma namens "Intermark BV" aufgetaucht. Über Intermark BV, das von Iwanow-Partner Minguella kontrolliert wird, sollen gemäß der rumänischen Anklage aber auch einige Transfers der Becali-Brüder abgewickelt worden sein. SPOX: In der 444 Seiten langen Anklage, die SPOX vorliegt, taucht auch der ehemalige Stuttgarter Ioan Viorel Ganea auf. Radu: Nach Ganeas Wechsel von Gloria Bistrita nach Stuttgart im Juli 1999 landeten nach Angaben der rumänischen Staatsanwälte 1,372 Millionen Dollar von der Stuttgarter Ablöse auf einem Konto in Gibraltar, das wiederum einer Offshore-Firma von den Britischen Jungferninseln gehört - wohinter wiederum Ioan Becali stehen soll. SPOX: Von der Komplexität her erinnert es an den Steuerhinterziehungsskandal um Ex-Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel. Radu: Wir sprechen hier über organisierte Kriminalität. Fußball ist auch ein Mafia-Geschäft - nicht nur in Osteuropa. Das Problem: Wenn alle Geldflüsse bei Offshore-Firmen enden, ist es fast unmöglich, hinter den Vorhang zu schauen und die Drahtzieher ausfindig zu machen. SPOX: Sie können also nicht herausfinden, wer der Boss des von Ihnen recherchierten Netzwerks ist? Radu: Uns sind die Hände gebunden. Ohne die Daten der Offshore-Firmen können wir bei den dubiosen Spielerwechseln nur die Leute ganz vorne in der Kette enttarnen. Wer wirklich dahinter steckt, bleibt ein Mysterium. Deswegen ist es so schwierig, das komplette Netzwerk aufzudecken. SPOX: Gehen Sie davon aus, dass im Weltfußball mehrere von diesen Netzwerken existieren? Radu: Definitiv. Wir haben uns zwar erst ein Netzwerk angeschaut, aber es ist anzunehmen, dass es weitere Netzwerke gibt, die seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten gegeneinander konkurrieren. Immerhin geht es um viel Geld. SPOX: Wie ist ein Netzwerk aufgebaut? Radu: Zunächst muss man eine Reihe an loyalen Gefolgsleuten aufbauen und sehr, sehr viele Firmen und Konten gründen, um die Ablöse bei Transfers hin und her zu überweisen, damit es so undurchsichtig wie möglich wird. In manchen Fällen startet es in Rumänien und geht weiter in die Niederlande, nach Luxemburg und von da auf die Britischen Jungferninseln. SPOX: Beteiligen sich auch Fußball-Stars an dirty transfers? Radu: Ich erzähl Ihnen mal etwas: Bei der rumänischen Untersuchung kam heraus, dass auf dem Konto von Inter Mailands Christian Chivu 120.000 Euro aufgetaucht sind. Einfach so. Als Chivu gefragt wurde, woher das Geld stammt, antwortete er, dass er keine Ahnung und einfach still gehalten habe. Sein Berater heißt übrigens Ioan Becali. SPOX: Was ist mit Nationaltrainern? Radu: Das ist eines unserer nächsten Themen, die wir angehen wollen. Wir hören immer wieder, dass der Marktwert künstlich nach oben getrieben wird, indem ein Nationaltrainer einem Spieler zu einem Länderspiel verhilft, obwohl dieser offensichtlich zu wenig Talent hat oder körperlich nicht für den Spitzenfußball geeignet ist. Allgemein kann man sagen, dass die Profiteure der dirty transfers aus allen Berufsgruppen im Fußball stammen, egal ob Trainer, Spieler, Berater, Manager, Geschäftsführer oder Präsidenten. SPOX: Könnte das bestehende Fußball-System irgendwann implodieren, wenn noch mehr von den Netzwerken enttarnt werden? Radu: Daran glaube ich fest. Die wahren Drahtzieher hinter den Transfers handeln nicht aus Liebe zum Fußball, sondern verfolgen rein wirtschaftliche Interessen. Das ist wie mit der Mafia. Und wenn jemand aus dem Fußball-Geschäft deren schmutziges Geld annimmt, ist man für immer mit ihnen verbunden und muss nach deren Regeln spielen. Normalerweise endet das nicht mit einem Happyend. SPOX
19 Mar 2009
Heimische Talente sind im Ausland begehrt
Ein frühes Engagement im Ausland ist noch lange keine Garantie für eine Fußballer-Karriere. Was bringt einem Talent die Flucht aus der Heimat? Ausland oder nicht Ausland – das ist hier die Frage. "Wir sind zwar eine Ausbildungsliga. Aber die Jungen sollen sich in Ruhe bei uns entwickeln können", sagt Bundesliga-Boss Martin Pucher. "Man muss so schnell wie möglich zur Ausbildung in den Nachwuchs in einer starken Liga", sagt Teamspieler Martin Stranzl. Der 28-Jährige hat aus seiner Sicht recht. Denn er hatte schon als 16-Jähriger den Willen und die Härte, sich durch zu setzen. Stranzl wird höchstwahrscheinlich der erste österreichische Teamspieler sein, der niemals in der heimischen Liga gespielt hat. Gleichzeitig mit Stranzl war Michael Horvath im Nachwuchs von 1860 München – der wurde nach nur einem halben Jahr vom Heimweh gepackt. Und auch Roland Linz, ein Jahr jünger als Stranzl, verzichtete auf eine Lehrstelle in München und ging mit 17 zurück nach Leoben, wo sein Stiefvater Trainer war. "Das Ausland ist eine totale Umstellung. Du bist von Anfang an alleine, hast Heimweh", sagt Max Hagmayr. Der Ex-Internationale und Spielervermittler hat im Sommer erlebt, wie junge Kicker ticken. Der Kärntner Stefan Hierländer trainierte schon bei Sampdoria Genua. Hagmayr: "Ich habe einen Assistenten für ein paar Tage hingeschickt, der sich um ihn gekümmert hat. Auch der Verein wollte ihn umstimmen." Aber nichts. Hierländer wollte nur heim. "Das kann passieren", sagt Hagmayr. Dabei wollte der damals 17-jährige unbedingt ins Ausland und nicht bloß auf Wunsch der Eltern. Deren unbändiger Ehrgeiz ist oft alles andere als förderlich für die Karriere eines Jungkickers. Stuart Pearce, Ex-Internationaler und U-21-Teamchef in England: "Ich glaube, wir müssen die Jungen und ihre Eltern zur Geduld erziehen." Spielerberater Alexander Sperr nimmt etwa von Transfers ins Ausland Abstand, die von den Eltern initiiert werden. "Oft sind's ja nur die Träume der Väter, die verwirklicht werden sollen. Wenn das Feuer nur von den Eltern ausgeht, dann ist es besser man lässt es gleich. Spieler, die mit 16, 17 ins Ausland gehen, müssen aus Stahlbeton sein und nicht beim ersten Gegenwind wieder umdrehen." Hagmayr meint: "Die Eltern können die persönliche Entwicklung ihrer Kinder am besten einschätzen." So ist er einer von vielen, die Kontakt mit Familie Rath suchen. Sohn Lukas ist im Jänner 17 geworden und gilt als eines der großen Verteidiger-Talente im Land. Lästig Der wurde schon vor einem Jahr in Rumänien von Managern angesprochen, denen er die Handynummer seines Vaters gegeben hat. "Mittlerweile kann ich mich vor lauter Gesprächswünschen kaum noch erwehren", sagt Vater Helmut Rath, der schon eine Sammlung von Manager-Visitenkarten hat. Rath und seine U-17-Kollegen starten am Freitag in Stegersbach gegen Italien (18.30 Uhr) in die EM-Qualifikation. Dieser Jahrgang wird als einer der besten seit Langem angesehen – in Österreich und auch im Ausland. Mit Janeczek, Kainz, Knasmüller und Alaba sind gleich vier Spieler letzten Sommer ins Ausland gegangen. Aber Lukas Rath hat keine derartigen Ambitionen. Vater Helmut: "Er ist ein ruhiger Junge und sehr heimatverbunden. Der würde sich nicht wohlfühlen." Also hat er für drei Jahre bei Mattersburg unterschrieben, wo er in diesem Jahr schon zu drei Einsätzen bei den Profis gekommen ist. Wobei Rath mittlerweile in den perfekten Wechsel-Jahren wäre. "Spieler, die unter 16 sind, würde ich nie ins Ausland schicken. Sie sollten schon die Pubertät hinter sich haben", meint Berater Sperr, der letzten Jänner Michael Schimpelsberger (18) zu Twente Enschede gebracht hat. Der Mittelfeldspieler wurde von einer Gastfamilie aufgenommen. "Bei Enschede wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass sich die Spieler integrieren und die Sprache lernen", erklärt Sperr. "Schimpelsberger war definitiv reif für einen Wechsel ins Ausland." Aber nicht jeder 17-Jährige ist das. "Da gibt es wirklich kein Rezept, das muss jeder für sich selbst entscheiden", sagt U-17-Teamchef Hermann Stadler. Er hatte gleich acht Jung-Legionäre zur Verfügung. Mit Philipp Prosenik hat er einen 16-jährigen Rapidler im Kader, der auf zahlreichen Wunschlisten steht – darunter die von Juventus und Liverpool. Vater Christian kickte einst im Ausland, bei 1860 München. Er will keinen Druck ausüben. "Das machen nur Väter, die nicht wissen, wie es im Profifußball zugeht." Hastig Wann soll nun der Schritt ins Ausland erfolgen? Arsenal-Trainer Arsene Wenger sagt: "Ich hole keinen 22-jährigen Österreicher, weil dem das Tempo der englischen Liga zu hoch ist und er das nie mehr aufholt." Eine Erfahrung, die auch Hagmayr macht. "Die großen Klubs wollen die Spieler von jung an taktisch, technisch und körperlich an die Anforderungen in ihren Ligen heranführen." Aber die Liste der jungen Spieler, die sich im Ausland nicht durchsetzen konnten ist lang. Hagmayr sagt aber: "Schlechter ist noch kein Junger aus dem Ausland zurückgekommen. Die Spieler müssen sich aber bewusst sein, dass sie auch danach hart arbeiten müssen." KURIER
17 Mar 2009
Bundesliga: Wäre 16er-Liga die Lösung?
Eine Idee spaltet Fußball-Österreich. Für einige Sportdirektoren ist das Liga-Format ein Grund für die Fußball-Krise. Die Diskussion ist eröffnet. Warum ist Österreichs Fußball so schlecht wie er ist? Für Salzburg-Sportchef Hochhauser, Rapid-Sportdirektor Hörtnagl und Ried-Manager Reiter ist der Übergang vom Nachwuchs zu den Profis das größte Problem. Für die Talente müsste eine breitere Plattform im Profibereich geschaffen werden, meinte das Trio im KURIER. Eine Liga-Reform wärefür alle drei ein Mosaikstein zur Problemlösung. Doch welches Format sollte die Bundesliga künftig haben? Ein Blick in Länder mit vergleichbarer Einwohnerzahl, die alle in der FIFA-Weltrangliste um zumindest 30 Plätze besser klassiert sind als Österreich, zeigt: Die Tendenz geht eindeutig Richtung einer obersten Spielklasse mit 16 Klubs ( siehe Infografik ). In sieben Ländern gibt es schon eine 16er-Liga. In Israel, Kroatien und Serbien wird im Sommer von 12 auf 16 Klubs aufgestockt, in Belgien von 18 auf 16 reduziert. Eine Zehnerliga wie in Österreich gibt es sonst nur in der Schweiz. Verwässern Für Austria-Sportdirektor Thomas Parits ist trotz des Rückfalls ins Niemandsland der Weltrangliste die Zehnerliga das ideale Format für Österreich: "Daran zu rütteln, wäre das Schlechteste. Eine Aufstockung würde sportlich viel verwässern. Außerdem haben bei uns einige Talente auch so den Sprung geschafft." Kapfenberg-Präsident Erwin Fuchs steht einer Aufstockung hingegen positiv gegenüber: "Eine 16er-Liga mit nur einem Absteiger würde die Planung erleichtern. Für die Entwicklung der jungen Spieler ist Kontinuität wichtig. Dafür muss man mehr Luft nach unten haben." Für Sturm-Präsident Hans Rinner wäre eine Aufstockung der Bundesliga "kein Allheilmittel. Aber es ist erlaubt, darüber nachzudenken". Einen Alleingang der Liga kann sich Rinner nicht vorstellen: "Das müssen wir mit dem ÖFB besprechen. Da muss man sich ganz genau anschauen, wie dann der Unterbau sein kann." Auch Rapid-Präsident Rudolf Ex-Finanzminister ist für eine umfassende Diskussion, die auf Ebene der Sportdirektoren geführt werden soll: "Die sind in dieser Frage kompetenter als die Präsidentenkonferenz. Die Letztentscheidung muss aber bei den Präsidenten liegen, weil diese auch die Verantwortung tragen." Während sich Ex-Finanzminister eine Aufstockung der Ersten Liga vorstellen kann, ist er gegen 16 Klubs in der obersten Liga: "Das geht aus wirtschaftlichen Gründen wegen dem kleinen Sponsormarkt nicht. Sonst haben wir noch mehr Konkurse." Breiteres Mittelfeld Ein dezidierter Befürworter einer größeren Liga ist seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 LASK-Präsident Peter Michael Reichel: "Die oberste Liga muss aufgestockt werden, damit es ein breiteres Tabellen-Mittelfeld gibt, in dem ohne Abstiegsangst Talente eingesetzt werden können." Als zweite Leistungsstufe sieht der Unternehmer starke Regionalligen: "Die Erste Liga ist unter einer vergrößerten obersten Spielklasse als Profi-Liga nicht mehr finanzierbar." Aus dem ÖFB gibt es eine gewichtige Stimme pro Liga-Aufstockung. Der Tiroler Landesverbandspräsident Josef Geisler: "Dieses Thema muss angegangen werden. Vielleicht würden wir dann endlich aufhören, uns in den eigenen Sack zu lügen. Wir sollten den Fußball spielen, den wir uns leisten können." KURIER |
Salzburg-Bis in ...
Wünsch dir alles alles Gute zum Geburtstag!!!!! Und das sich deine Wünsche in Erfüllung gehen.... lg 14 Dec 2008 - 21:35
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